Erste Demonstrationsanlage Deutschlands
zur naturbasierten Reinigung von Bergbauwässern in Betrieb genommen
Bergbaufolgen nachhaltig begegnen: G.E.O.S. zeigt am St. Christoph Stolln in Breiten-brunn/Erzgebirge erste Ergebnisse naturbasierter Wasserreinigung
Am 27. Oktober 2026 wurde am St. Christoph Stolln in Breitenbrunn/Erzgebirge eine neue Demonstrationsanlage zur naturbasierten Reinigung von Bergbauwässern feierlich eröffnet. Die G.E.O.S. Ingenieurgesellschaft mbH hat die Anlage im Forschungsvorhaben „Naturbasierte Lösungen für Gewässerbelastungen aus dem Altbergbau“ im Auftrag des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) geplant, errichtet und in Betrieb genommen.
Ziel ist es, zu zeigen, wie Arsen- und Schwermetallbelastungen aus der Entwässerung des Altbergbaus nachhaltig und kostengünstig zurückgehalten werden können.
G.E.O.S. entwickelt passive Wasserreinigung vom Laborversuch bis zur Demonstrationsanlage
Maßnahmen gegen Belastungen aus dem Altbergbau müssen verhältnismäßig sein, also technisch machbar und kosteneffizient. International haben sich dafür passive Verfahren etabliert: Sie reinigen belastete Bergbauwässer durch naturnahe physikalische, chemische und biologische Prozesse ohne Zugabe von Chemikalien und ohne kontinuierlichen Energieeintrag.
Dr. Eberhard Janneck aus dem Fachbereich Verfahrensentwicklung/Biotechnologie stellte die Arbeiten der letzten Jahre vor.
Das G.E.O.S.-Team hat das Verfahren schrittweise entwickelt: Auf Laborversuche im Jahr 2021 folgte 2022/2023 ein Pilotversuch, in dem über 90 Prozent des Zinks und Cadmiums abgetrennt wurden. Die Planung und Genehmigung erfolgten 2024 und 2025, der Bau von April bis Juni 2026. Nach hydraulischen Tests startete Anfang August der Probebetrieb.
Vertikalfilterbecken am St. Christoph Stolln: Aufbau und erste Messwerte
Herzstück ist ein Vertikalfilterbecken (Vertical Flow Pond, VFP) mit einem Substratgemisch aus Stroh, Holzchips, Kalkstein und Kompost. Mikroorganismen reduzieren darin Sulfat zu Sulfid, das die gelösten Metalle als schwerlösliche Metallsulfide bindet. Bepflanzte Schönungsteiche schließen sich an, bevor das gereinigte Wasser in das Rothenbächel fließt.
Bis Mitte Oktober 2026 hat die Anlage rund 1.060 m³ Grubenwasser behandelt. Die Abtrennraten für Zink und Cadmium lagen in den ersten Monaten zwischen rund 85 und 95 Prozent. Eine Multiparametersonde zeichnet die wichtigsten Messwerte online auf, ergänzt durch regelmäßige Probenahmen.
Bei der anschließenden Besichtigung erläuterten Dr. Eberhard Janneck und Mirko Martin die Anlage vor Ort.
G.E.O.S. dankt dem Sächsischen Staatsministerium für Umwelt, dem Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, dem Landratsamt Erzgebirgskreis, der Gemeinde Breitenbrunn, dem Besucherbergwerk St. Christoph und der Bergsicherung Schneeberg für die gute Zusammenarbeit.
Weitere Informationen zum Projekt:
https://besucherbergwerk-sankt-christoph.de/
Die Freie Presse berichtet: Zum Artikel
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Demonstrationsanlage am St. Christoph Stolln, © Bergsicherung Schneeberg GmbH & Co. KG, 2026 -
Enthüllung der Bautafel -
Einweihung der Demonstrationsanlage -
Dr. Eberhard Janneck erläutern die Funktionsweise der Demonstrationsanlage -
Dr. Eberhard Janneck und Mirko Martin erläutern die Funktionsweise der Demonstrationsanlage im Gelände