GeoSmart Nepal:
Frühwarnsystem für Erdrutsche erfolgreich an Nepal übergeben
G.E.O.S. übergibt landesweites KI-basiertes Erdrutsch-Frühwarnsystem an das nepalesische Bergbau- und Geologieamt DMG
Nepal zählt zu den erdrutschgefährdetsten Ländern der Welt: Jede Monsunzeit fordert im Himalaya-Gürtel hunderte Menschenleben und richtet erhebliche Schäden an Straßen, Wasserkraftanlagen und landwirtschaftlichen Flächen an.
Mit dem Projekt GeoSmart Nepal hat G.E.O.S. gemeinsam mit dem Department of Mines and Geology (DMG) Nepal, Geo3D Nepal und der Tribhuvan-Universität nun ein vollständiges, operatives Frühwarnsystem entwickelt und erfolgreich in den Regelbetrieb überführt.
Sentinel-2-Satellitendaten und KI-Modell für 6.743 Verwaltungseinheiten
Über drei Jahre hinweg entstand ein mehrstufiges System, das künstliche Intelligenz, Satellitenfernerkundung und Boden-Monitoring miteinander verbindet: Eine automatisierte, aus Sentinel-2-Satellitenbildern abgeleitete Erdrutschinventur deckt inzwischen rund 3.575 Gemeindebezirke und damit die für Erdrutsche relevantesten Landesteile ab.
Darauf aufbauend berechnet ein KI-gestütztes Vorhersagemodell täglich aktuelle Risikowerte für alle 6.743 Verwaltungseinheiten Nepals – auf Basis mehrjähriger Erdrutschdaten und aktueller Niederschlagsvorhersagen.
Ergänzt wird das System durch ein Boden-Messnetz im Melamchi-Tal mit GPS-Stationen, Seismometern und Radarreflektoren sowie durch die eigens entwickelte App „GeoSmart Landslide Observer“, mit der Feldbeobachter Erdrutschmeldungen direkt georeferenziert erfassen können.
Wissenstransfer an DMG Nepal und die Tribhuvan-Universität
Neben der technischen Entwicklung stand der Wissenstransfer im Mittelpunkt des Projekts. Vier Schulungsworkshops, zwei Studienreisen nach Deutschland und mehrere Vorlesungen an der Tribhuvan-Universität bereiteten die nepalesischen Partner darauf vor, das System künftig eigenständig zu betreiben und jährlich mit neuen Daten zu aktualisieren. Beim abschließenden Workshop im April 2026 nahmen erstmals auch Delegationen aller sieben Provinzen Nepals teil. Dies war ein wichtiger Schritt für die landesweite Ausrollung der App.
„GeoSmart Nepal zeigt, wie sich moderne KI- und Fernerkundungsmethoden mit gezieltem Kompetenzaufbau vor Ort verbinden lassen, um ein Land nachhaltig widerstandsfähiger gegen Naturgefahren zu machen“, resümiert Projektleiter Dr. René Kahnt.
Partner und Förderer des Projekts GeoSmart Nepal
Das Projekt wurde durch die DEG Impulse mit öffentlichen Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) kofinanziert.


Projektpartner:
- Department of Mines and Geology (DMG) Nepal
- Geo3D Modelling Nepal
- G.E.O.S. Ingenieurgesellschaft mbH


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Das technische Herzstück: Aus statischer Suszeptibilität und tagesaktuellen Niederschlagsdaten berechnet GeoSmart die dynamische Erdrutschgefahr für ganz Nepal. -
Workshop mit Vertretern aus 7 Provinzen Nepals im April 2026. -
Wissenstransfer vor Ort: Projektleiter Dr. René Kahnt erläutert die Auswertung von LiDAR-Daten zur Erdrutschvorhersage. -
Mit Studierenden und Professoren an der Tribhuvan-Universität in Kathmandu. -
Unterzeichnung des Memorandum of Understanding zwischen dem Department of Mines and Geo-logy und G.E.O.S. in Kathmandu (2023). Das Projekt hatte ein Gesamtvolumen von 2,7 Mio. Euro, das je zur Hälfte von der deutschen Seite (KfW/develoPPP) und von G.E.O.S. getragen wurde