Forschungsprojekt NiColaus:
Gewinnung von Nickel und Cobalt aus bisher ungenutztem Potenzial
Projektauftakt im Januar 2026 – Verfahrensentwicklung zur Gewinnung von Nickel und Cobalt aus lateritischen Primärrohstoffen der Ferronickel-Produktion
Im Januar 2026 startete das Forschungsprojekt NiColaus mit einem Kick-Off-Treffen der Projektpartner.
Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung eines Verfahrens zur effizienten Gewinnung von Nickel und Cobalt aus lateritischen Primärrohstoffen der Ferronickel-Produktion. Das Projekt adressiert damit eine zentrale Herausforderung der europäischen Rohstoffsicherung.

Hintergrund: Gewinnung von Nickel und Cobalt aus lateritischem Gesteinsmaterial
Die beiden Metalle Nickel und Cobalt werden von der Europäischen Union im „Critical Raw Materials Act“ als strategische bzw. kritische Elemente gelistet. Sie besitzen eine zentrale Bedeutung für zahlreiche Anwendungsfelder im Kontext der Energiewende sowie für industrielle und technologische Schlüsselbranchen. Derzeit erfolgt ihr Abbau und ihre Gewinnung überwiegend außerhalb der Europäischen Union, was erhebliche rohstoffpolitische Abhängigkeiten begründet.
Im gegenwärtigen Prozess der Ferronickel-Produktion wird nur etwa die Hälfte der enthaltenen Wertmetalle genutzt. Der verbleibende Anteil geht in die anfallende Lichtbogenofenschlacke über. Diese bislang unzureichend erschlossenen, für die Industrie jedoch essenziellen Rohstoffpotenziale gilt es im Sinne einer nachhaltigen und ressourceneffizienten Wertschöpfung systematisch zu erschließen.
Projektziel: Entwicklung eines integrierten Gewinnungsverfahrens
Ziel des Projekts NiColaus ist die erfolgreiche Prozessierung lateritischer Minerale mittels innovativer chemischer und biotechnologischer Laugungsverfahren. Dadurch können die darin enthaltenen Wertmetalle Nickel und Cobalt effizient aus dem Erz extrahiert und anschließend selektiv aus der gewonnenen Laugungslösung abgetrennt werden.
Im Rahmen des Vorhabens wird ein ganzheitlicher, auf nachhaltigen Technologien basierender Ansatz verfolgt. Dieser zielt gleichermaßen auf eine Verbesserung der Prozessökonomie wie auch der Prozessökologie ab. Bis zum Ende der Projektlaufzeit soll der Gesamtprozess den technologischen Reifegrad TRL 6 erreichen und seine Funktionsfähigkeit im Pilotmaßstab unter realitätsnahen Bedingungen erfolgreich nachgewiesen haben.
G.E.O.S. entwickelt gemeinsam mit Projektpartnern Verfahren zur Nickel- und Cobaltgewinnung
Als Projektkoordinator verantwortet G.E.O.S. zentrale technische Arbeitspakete:
- Identifikation geeigneter Technologien zur mechanischen und thermischen Vorbehandlung des Primärrohstoffs
- Prozessoptimierung der Aufbereitung lateritischer Rohstoffe für die anschließenden Laugungsverfahren
- Erprobung des Gesamtverfahrens im Pilotmaßstab
- Technische und wirtschaftliche Bewertung des Verfahrens
Um das lateritische Ausgangsmaterial für die Laugung zugänglich zu machen, ist eine den prozesstechnischen Anforderungen entsprechende Zerkleinerung sowie gegebenenfalls eine weiterführende Vorbehandlung erforderlich.
Das im Projektverbund zu entwickelnde Gesamtverfahren, bestehend aus Vorbehandlung, Down-Stream-Prozessen, Reststoffverwertung und Chemikalienrecycling, soll durch G.E.O.S. am Standort Halsbrücke im Pilotmaßstab erprobt werden. Auf diese Weise sollen sowohl die technische Realisierbarkeit als auch die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Verfahrens nachgewiesen werden.
Förderung durch das BMFTR
Das Forschungsprojekt wird durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen der Fördermaßnahme EGARoh (Neue Wege zur Erkundung, Gewinnung und Aufbereitung von Primärrohstoffen im Kontext nationaler und europäischer Zusammenarbeit) gefördert.

Projektpartner
- Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (Hannover/Niedersachsen)
- Technische Universität Bergakademie Freiberg (Freiberg/Sachsen)
- Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS (Freiberg/Sachsen)
- Eilenburger Elektrolyse- und Umwelttechnik GmbH (Eilenburg/Sachsen)
- Projektkoordinator: G.E.O.S. Ingenieurgesellschaft mbH (Halsbrücke/Sachsen)
- Bergbau- und Metallurgie-Unternehmen LARCO (assoziierter Partner; Griechenland)
- Nickel Hütte Aue GmbH (assoziierter Partner; Aue-Bad Schlema/Sachsen)