Naturbasierte Lösungen für bergbauliche Gewässerbelastungen
G.E.O.S. errichtet eine Demonstrationsanlage zur passiven Wasserbehandlung in Breitenbrunn zur Umsetzung der WRRL im Erzgebirge
G.E.O.S. errichtet im Auftrag des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie im erzgebirgischen Breitenbrunn eine Demonstrationsanlage zur passiven Wasserbehandlung zur Reduzierung bergbaulicher Gewässerbelastungen. Ziel der Maßnahme ist die Senkung der Metallkonzentrationen im Schwarzwasser zur Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL).
Das Schwarzwasser überschreitet derzeit die Umweltqualitätsnorm für das im Erzgebirge typische Element Zink. Die geplante Demonstrationsanlage soll die Belastung dauerhaft reduzieren und ein übertragbares Konzept für vergleichbare Standorte entwickeln.
Bergbauliche Altlasten als Ursache der Gewässerbelastung
Die Belastungen resultieren aus historischen Bergbauaktivitäten, die im Erzgebirge über Jahrhunderte hinweg stattfanden. Noch heute gelangen Arsen und Schwermetalle über Bergbauwässer aus Gruben und Halden in das Flusssystem.
Die WRRL fordert für Oberflächengewässer einen guten ökologischen und chemischen Zustand. Die Überschreitung der Umweltqualitätsnorm macht Verminderungsmaßnahmen im Rahmen verhältnismäßiger Kosten erforderlich.
G.E.O.S. entwickelt passive Wasserbehandlungsanlage am Standort St. Christoph
Am Standort des Besucherbergwerks St. Christoph in Breitenbrunn wurde bereits eine passive Wasserbehandlungsanlage erfolgreich im Pilotmaßstab getestet.
Passive Wasserbehandlungsanlagen:
- arbeiten überwiegend ohne Energie- und Chemikalienzufuhr,
- nutzen natürliche Prozesse wie Sedimentation, Adsorption und mikrobiologische Reaktionen,
- sind langfristig wartungsarm und nachhaltig und
- eignen sich besonders für bergbaulich beeinflusste Standorte.
Beginn der Bauarbeiten und Upscaling zur Demonstrationsanlage
Im Auftrag des Sächsisches Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) erfolgt nun der Bau und die Inbetriebnahme einer Demonstrationsanlage.
Das Team des Bereiches Verfahrensentwicklung/Biotechnologie von G.E.O.S. verantwortet dabei unter anderem:
- Verfahrenstechnische Entwicklung der Anlage und anschließende Fachplanung
- Hydrochemische Auswertung der Zuflüsse
- Begleitung des Genehmigungsprozesses
- Bau und Inbetriebnahme der Anlage
Die Anlage soll die Wirksamkeit der passiven Wasserbehandlung unter realen Standortbedingungen nachweisen. Gleichzeitig dient sie als Referenzprojekt für weitere Maßnahmen zur Reduzierung bergbaulicher Gewässerbelastungen im Erzgebirge.
Ziel der Maßnahme: WRRL-konforme Gewässerqualität trotz bergbaulicher Prägung
Das Projekt verfolgt klare Ziele:
- Reduzierung der Metallbelastung (Cadmium, Zink)
- Verbesserung der ökologischen Gewässerqualität gemäß WRRL
- Modellcharakter und Entwicklung übertragbarer Konzepte für weitere bergbaulich belastete Standorte
- Nachhaltige, naturbasierte Wasserreinigung ohne hohen Energieeinsatz
Das Projekt zeigt beispielhaft, wie innovative, naturnahe Technologien zur Bewältigung historischer Umweltfolgen beitragen können – besonders in Regionen mit bergbaulicher Tradition wie dem Erzgebirge.