Wie lassen sich Platin und Palladium aus schwer
aufbereitbaren Erzen gewinnen?
BioPlat setzt auf Mikroorganismen.
Verbundvorhaben unter Koordination von G.E.O.S. entwickelt biotechnologische Verfahren zur Aufbereitung unkonventioneller Platingruppenelementerze
Am 1. September 2026 ist das Verbundvorhaben BioPlat, „Innovative Aufbereitung von Platingruppenelementerzen mittels biotechnologischer Verfahren“, gestartet. Unter Koordination der G.E.O.S. Ingenieurgesellschaft mbH arbeiten im Projekt die TU Bergakademie Freiberg, Institut für Biowissenschaften, und die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) zusammen.
Das Kick-off-Meeting findet am 6. November 2026 beim assoziierten Partner Nickelhütte Aue statt.

Kritische Rohstoffe aus bislang ungenutzten PGE-Lagerstätten
Platingruppenelemente (PGE) gehören zu den kritischen Rohstoffen der EU und sind unverzichtbar für Katalysatoren, Brennstoffzellen und die Elektronik. Deutschland ist fast vollständig auf Importe angewiesen. Weltweit gibt es zwar bedeutende Vorkommen oxidierter und lateritischer PGE-Erze, doch mit Flotation und Schmelzen lassen sie sich bislang nicht wirtschaftlich aufbereiten. Hier setzt BioPlat an.
Von der Erzcharakterisierung bis zur Pilotanlage bei G.E.O.S.
Zunächst werden Erze aus Simbabwe, Südafrika, Brasilien, Finnland und Sachsen geochemisch und mineralogisch untersucht. Darauf aufbauend entwickelt das Konsortium Verfahren zur Voranreicherung und Biolaugung sowie zur Gewinnung und Trennung von Platin und Palladium. Für die Rückstände entsteht ein Zero-Waste-Konzept.
Anschließend wird das Verfahren in den Laugungsreaktoren von G.E.O.S. mit bis zu einer Tonne Erz im Pilotmaßstab bis auf Technology Readiness Level 5 (TRL 5) gebracht. Eine Bewertung von Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit begleitet die Entwicklung.
BioPlat-Konsortium: G.E.O.S., TU Bergakademie Freiberg, BGR und internationale Partner
G.E.O.S. bearbeitet die Erzvoranreicherung und die hydrometallurgischen Downstream-Prozesse. Die TU Bergakademie Freiberg ist für die Biolaugung zuständig, die BGR für die geochemisch-mineralogische Charakterisierung. Unterstützt wird der Verbund vom Naturhistorischen Museum Bern.
Das Konsortium dankt den assoziierten Partnern für Proben, Know-how und die industrielle Perspektive: Nickelhütte Aue, Zimplats, Bravo Mining, ValOre Metals, Suhanko Arctic Platinum, Serviço Geológico do Brasil und Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG).
Laufzeit und Förderung von BioPlat
Das Verbundvorhaben BioPlat „Innovative Aufbereitung von Platingruppenelementerzen mittels biotechnologischer Verfahren“ läuft von September 2026 bis August 2029. Es wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen der Fördermaßnahme EGARoh gefördert (Förderkennzeichen 033R448).
- BMFTR: https://www.bmftr.bund.de
- Projektträger Jülich: https://www.ptj.de/projektfoerderung/fona
- Fördermaßnahme EGARoh: https://www.fona.de/de/massnahmen/foerdermassnahmen/EGARoh.php



